Im Rahmen einer bundesweiten Gemeinschaftsstudie des International Performance Research Institutes und Horváth & Partners zum Thema „Berichtswesen an Hochschulen“ wurden zahlreiche Verbesserungspotenziale festgestellt.
Zielsetzung der vorliegenden Studie war die Untersuchung des
Entwicklungsstands von Berichtswesen an Hochschulen. Hierfür wurden im
Sommer 2010 Vertreter der Hochschulleitungen deutscher Fachhochschulen
befragt. Inhalte des standardisierten Fragebogens waren die
Berichtsinhalte, die Informationsnutzung, der Prozess der
Berichtserstellung, die IT-Unterstützung sowie
Weiterentwicklungspotenziale im Berichtswesen. Die hohe Rücklaufquote
von 18 Prozent unterstreicht die Relevanz des Themas in der Praxis.
Die
Befragung offenbarte einige Defizite des bestehenden Berichtswesens,
sowohl hinsichtlich der inhaltlichen Ausgestaltung der einzelnen
Berichte als auch hinsichtlich formaler Kriterien.
Zunächst kann
festgestellt werden, dass derzeit nur wenige Managementberichte erstellt
werden. Die Hochschulleitung muss meist mehrere Berichte heranziehen,
um steuerungsrelevante Informationen zu erhalten. Aus diesen Berichten
werden allerdings durchschnittlich weniger als 30 Prozent der
Informationen für die tägliche Arbeit genutzt.
Obwohl die
Hochschulleitungen mehrere Berichte heranziehen, können bspw. nur ca. 30
Prozent die aktuelle Drittmittelsituation der Hochschule beurteilen.
Die Beurteilung der künftigen Drittmittelsituation auf Basis der zur
Verfügung stehenden Berichte ist kaum einem Teilnehmer möglich.
Auch
hinsichtlich formaler Anforderungen, etwa einer eindeutigen Definition
der verwendeten Kennzahlen oder der Festlegung eines
Berichtserstellungsprozesses zur termingerechten Erstellung der
Berichte, wurden Defizite festgestellt.
Auf Basis der
vorliegenden Ergebnisse kann die Empfehlung ausgesprochen werden, dass
Hochschulleitungen ihr bestehendes Berichtswesen evaluieren sollten.