Industriegüterunternehmen stehen heute in einem harten Wettbewerb auf internationalen Märkten. Eine Möglichkeit
sich dem reinen Preiswettbewerb zu entziehen, ist das Angebot von Leistungsbündeln. Durch die Kombination eines
physischen Produkts mit Dienstleistungen, wie bspw. Logistikdienstleistungen, können Unternehmen individuelle,
auf Kunden zugeschnittene Lösungen anbieten. Um mit solchen Leistungsbündeln am Markt erfolgreich zu sein,
müssen viele Unternehmen die Voraussetzungen zunächst schaffen.
Forschungsziel ist die Erstellung eines Konzeptes, welches Unternehmen der Antriebstechnik dazu befähigt, bereits
in den frühen Phasen der Produktentwicklung Dienstleistungen in ihre Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen einzubeziehen.
Damit soll eine lebenszyklusorientierte, unter Rentabilitätsgesichtspunkten optimierte integrative Betrachtung von
Produkt und Dienstleistung (Leistungsbündel) bereits in der Produktentwicklung ermöglicht werden.
Das Ergebnis des Forschungsprojekts ist ein Konzept und Handlungsleitfaden für Unternehmen. Dieser stellt in den vier
Modulen Entwicklung, Kostenmanagement, Preismanagement und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung dar, welche Handlungsfelder
für eine erfolgreiche Gestaltung des Leistungsbündelangebots von Relevanz sind und welche Methoden und Instrumente
zum Einsatz kommen können. Modul 1 beschreibt die Etablierung eines systematischen Entwicklungsprozess für
Dienstleistungen (Service Engineering). Dieser darf nicht losgelöst von der Produktentwicklung implementiert
werden, da in der Antriebstechnik das Kerngeschäft in dem Verkauf von Produkten liegt. Vielmehr muss dieser
organisatorisch eng mit dem Produkt-Entwicklungsprozess abgestimmt werden, damit eine integrierte Entwicklung
von Leistungsbündeln erfolgen kann. Modul 2 beschreibt das frühzeitige Kostenmanagement von Dienstleistungen
innerhalb der Entwicklungsphase. Wenn Unternehmen industrielle Dienstleistungen entwickeln, um ihre Wettbewerbschancen
zu erhöhen, diese aber nicht kostendeckend erbringen können, schmälern sie ihre Erträge noch zusätzlich, anstatt
Wettbewerbsvorteile zu generieren. Aus diesem Grund wird dem Kostenmanagement besondere Aufmerksamkeit zuteil.
Somit werden zum einen frühzeitig die Kosten von produktbegleitenden Dienstleistungen beeinflusst und zum anderen
Transparenz in den Kostenstrukturen geschaffen. Gegenstand von Modul 3 ist das aktive Preismanagement von
Leistungsbündeln, das Pendant zum frühzeitigen Kostenmanagement. Diesem wird sowohl in der Literatur als auch in der
Praxis oftmals zu wenig Bedeutung beigemessen. Ziel ist, durch die begleitenden Leistungen zusätzliche Erlöse zu
generieren. Dabei ist bei der Preisfindung vor allem bereits in der Entwicklungsphase der Nutzen zu quantifizieren,
der dem Kunden über den Lebenszyklus entsteht. Dieser kann, wenn das Unternehmen an den Markt geht kommuniziert
und gerecht zwischen Anbieter und Kunde geteilt werden. In Modul 4 erfolgt die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung des
Leistungsbündels. Dabei werden neben den Kosten (Modul 3) und Erlösen (Modul 2) vor allem auch nicht monetäre
Faktoren in die Bewertung miteinbezogen. Somit kann eine ganzheitliche Betrachtung, einerseits über den Lebenszyklus,
andererseits monetär und nicht-monetär, sichergestellt werden. Dieses Modul dient der Entscheidungsfindung für die
Konditionen der Markteinführung des Leistungsbündels.